Wissenschaftliche Fakten zu zwei Mineralien — gemäß EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Dieses Dossier nimmt vier Messstellen nacheinander vor: das Lebensmittel, das Blutplasma, den Speichel und das Hartgewebe selbst. Zu jeder Station gehören Zahlen mit Herkunftsangabe, dazu die Sätze, die die Europäische Union für jeden der beiden Mineralstoffe einzeln freigegeben hat.
Am Anfang jeder Rechnung stehen Nährwerttabellen. Sie geben an, wie viel Calcium und wie viel Phosphor in 100 Gramm eines Lebensmittels gemessen wurden. Diese Werte sind Mittelwerte aus Analysen, keine festen Größen: Herkunft, Reifezeit, Wassergehalt und Verarbeitung verschieben sie in beide Richtungen.
Hartkäse führt die Calciumtabellen an, weil ihm ein großer Teil des Wassers entzogen wurde. Derselbe Rohstoff ergibt als Frischkäse einen Bruchteil des Wertes. Wer zwei Tabellen nebeneinanderlegt und unterschiedliche Zahlen für „Käse“ findet, sieht meist diesen Unterschied und keinen Messfehler.
| Lebensmittel | Calcium | Phosphor |
|---|---|---|
| Emmentaler | 1.100 mg | 700 mg |
| Gouda, mittelalt | 800 mg | 500 mg |
| Sesam, ungeschält | 780 mg | 600 mg |
| Mandeln | 250 mg | 450 mg |
| Grünkohl, gegart | 210 mg | 85 mg |
| Joghurt, natur | 120 mg | 95 mg |
| Vollmilch | 120 mg | 90 mg |
| Linsen, getrocknet | 70 mg | 410 mg |
| Haferflocken | 55 mg | 430 mg |
Mineralwasser wird gesondert geführt: calciumreiche Sorten liegen je 100 Milliliter zwischen 30 und 60 Milligramm und enthalten praktisch kein Phosphat.
Phosphate werden in der Lebensmittelherstellung als Zusatzstoffe verwendet, etwa als Schmelzsalz oder als Säureregler. Diese Menge zählt für den Körper mit, taucht in vielen Tabellenwerken aber nicht auf, weil dort der natürliche Gehalt des Rohstoffs erfasst ist. Die Zutatenliste einer Packung nennt solche Stoffe mit E-Nummer, ohne eine Menge anzugeben.
Zwischen dem Wert in der Tabelle und dem, was im Blut ankommt, liegt der Darm. Bei üblicher Mischkost gelangt etwa ein Viertel bis ein Drittel des zugeführten Calciums über die Darmwand ins Blut. Bei Phosphat liegt der Anteil höher, größenordnungsmäßig zwischen der Hälfte und zwei Dritteln. Pflanzliche Kost mit hohem Phytatanteil senkt beide Quoten, weil Phytat die Ionen bindet, bevor sie den Transportweg erreichen.
Der zweite Messpunkt liegt im Blut. Hier zeigt sich ein Unterschied zwischen den beiden Elementen: Calcium wird in einem sehr schmalen Korridor geführt, Phosphat darf sich deutlich freier bewegen.
Ein Laborzettel weist meist Gesamtcalcium aus, typischerweise 2,2 bis 2,6 Millimol je Liter. Diese Summe setzt sich aus drei Anteilen zusammen: rund die Hälfte liegt als freies Ion vor, etwa 40 Prozent hängen an Albumin, der Rest ist an Citrat, Phosphat oder Bicarbonat gekoppelt. Nur der freie Anteil ist biologisch wirksam, und nur er wird von den Regelmechanismen erfasst. Sinkt das Albumin im Blut, fällt der Gesamtwert, ohne dass sich am freien Anteil etwas ändern muss.
Fällt der freie Calciumanteil ab, geben die Nebenschilddrüsen innerhalb weniger Minuten Parathormon ab. Das Hormon steuert drei Stellen zugleich an: die Niere hält mehr Calcium zurück und gibt mehr Phosphat ab, die Bildung der aktiven Vitamin-D-Form nimmt zu, und im Knochen wird Substanz freigesetzt. Steigt der Wert über den Korridor, arbeitet Calcitonin in die Gegenrichtung.
Zwischen Skelett und Blut wechseln bei Erwachsenen täglich etwa 250 bis 500 Milligramm Calcium die Seite. Diese Menge ist kein Verlust, sondern Umsatz: sie wird an anderer Stelle wieder eingebaut. Über ein Jahr gerechnet erneuert ein erwachsener Organismus rund ein Zehntel seiner Knochensubstanz.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Anorganisches Phosphat liegt im Plasma zwischen 0,8 und 1,5 Millimol je Liter und schwankt im Verlauf von 24 Stunden spürbar; die niedrigsten Werte fallen in den Vormittag, die höchsten in die Nacht. Eine Blutabnahme ohne Zeitangabe lässt sich deshalb nur eingeschränkt mit einer zweiten vergleichen. Auch eine Mahlzeit kurz zuvor verschiebt das Ergebnis.
Die dritte Messstelle ist die, um die es auf dieser Seite geht. Speichel ist keine bloße Befeuchtung, sondern eine mineralhaltige Lösung, die die Zahnoberfläche dauerhaft umspült und deren Zusammensetzung sich im Tagesverlauf ändert.
Ein erwachsener Mensch bildet täglich zwischen einem halben und anderthalb Litern. Ohne Reiz beträgt die Fließrate rund 0,3 bis 0,4 Milliliter je Minute, beim Kauen steigt sie auf das Fünffache und darüber. Die Zusammensetzung hängt davon ab, welche Drüse gerade den größten Anteil liefert.
| Messgröße | Ruhespeichel | Stimuliert |
|---|---|---|
| Calcium (mmol/l) | 1,0 – 2,0 | 1,2 – 2,2 |
| Anorganisches Phosphat (mmol/l) | 2,0 – 6,0 | 1,5 – 4,0 |
| pH-Wert | 6,4 – 7,0 | 7,0 – 7,6 |
| Fließrate (ml/min) | 0,3 – 0,4 | 1,5 – 2,0 |
Die Werte stammen aus Erhebungen an gesunden Erwachsenen ohne akute Beschwerden. Einzelmessungen liegen regelmäßig außerhalb dieser Spannen, ohne dass daraus etwas abzuleiten wäre.
Rechnerisch liegt Speichel oberhalb des Lösungsgleichgewichts für das Mineral der Zahnoberfläche. Eine solche Lösung müsste ausfallen. Dass sie es nicht tut, liegt an einer kleinen Gruppe von Eiweißen. Statherin, ein Protein aus 43 Aminosäuren, trägt am Anfang seiner Kette mehrere Phosphatgruppen und bindet damit Calciumionen so locker, dass sie in Lösung bleiben. Die prolinreichen Speichelproteine verfahren ähnlich.
Dieselben Moleküle legen sich innerhalb von Minuten als hauchdünne Schicht auf die Zahnoberfläche. Diese Schicht misst Bruchteile eines Mikrometers und bestimmt mit, wie schnell Ionen die Grenze zwischen Kristall und Flüssigkeit überqueren.
Nach der Aufnahme kohlenhydrathaltiger Speisen fällt der pH-Wert unmittelbar an der Zahnoberfläche ab. Liegt er unter etwa 5,5, ist die Flüssigkeit nicht mehr übersättigt, und die Bilanz kehrt sich um: Ionen gehen aus dem Kristall in Lösung. Mit dem nachfließenden Speichel steigt der Wert wieder, und die Richtung dreht erneut. Beide Phasen wechseln sich an jedem Tag mehrfach ab. Wie lange die saure Phase anhält, hängt vor allem von der Fließrate ab.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Die letzte Messstelle ist die größte und zugleich die trägste. Rund 99 Prozent des Calciums und etwa 85 Prozent des Phosphors eines erwachsenen Körpers liegen dort als Kristall vor, in Zahlen also ungefähr 1.000 bis 1.200 Gramm Calcium und 600 bis 700 Gramm Phosphor.
Die äußere Schicht eines Zahns führt den höchsten Mineralanteil aller Körpergewebe: rund 96 Gewichtsprozent, dazu etwa drei Prozent Wasser und ein Prozent organische Substanz. Die Kristalle sind in dichten Prismen angeordnet, die von der Grenze zum darunterliegenden Gewebe bis zur Oberfläche durchlaufen.
Unter der äußeren Schicht liegt ein zweites Hartgewebe mit anderem Aufbau: etwa 70 Gewichtsprozent Mineral, rund 20 Prozent organische Grundsubstanz — ganz überwiegend Kollagen — und der Rest Wasser. Es ist von feinen Kanälchen durchzogen und bleibt zeitlebens mit einer Zellschicht in Kontakt. Beide Gewebe verwenden dasselbe Mineral, unterscheiden sich aber in Dichte, Härte und Erneuerungsverhalten.
Das Skelett unterscheidet sich von beiden: es wird lebenslang ab- und wieder aufgebaut. Zellen, die Substanz abtragen, und Zellen, die neue Matrix anlegen, arbeiten in kleinen Einheiten nebeneinander. Bei Erwachsenen wird auf diese Weise etwa ein Zehntel der Knochenmasse je Jahr ersetzt. Diese ständige Bewegung ist der Grund dafür, dass das Skelett zugleich Tragwerk und Mineralreserve ist.
Die folgenden drei Sätze sind der Unionsliste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben entnommen und unverändert wiedergegeben. Jeder Satz nennt genau ein Element. Sie dürfen nicht zu einer gemeinsamen Aussage über beide Mineralstoffe verbunden werden.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Das Wort „normal“ ist Bestandteil des zugelassenen Textes. Es beschreibt den Erhalt eines gewöhnlichen Zustands und sagt nichts über eine Steigerung, eine Wirkung bei Beschwerden oder einen Nutzen im Krankheitsfall aus.
Nein. Der Wert hängt zuerst von der Fließrate, der Uhrzeit und der Drüse ab, aus der die Probe stammt. Zwei Messungen an derselben Person unterscheiden sich schon deshalb. Als Maß für die Menge, die jemand über Lebensmittel aufnimmt, ist er nicht gedacht und auch nicht geeignet.
Manche Produkte enthalten Calciumphosphate, allerdings in kosmetischer Zubereitung. Die Verordnung (EU) Nr. 432/2012 gilt für Lebensmittel; auf Kosmetik ist sie nicht anwendbar. Die drei auf dieser Seite zitierten Sätze beziehen sich deshalb ausschließlich auf die Zufuhr über Lebensmittel.
Aus den zugelassenen Angaben lässt sich das nicht ableiten. Die Verordnung nennt für beide Elemente eigene Sätze und kein Verhältnis zwischen ihnen. Auch die Zufuhrwerte der Fachgesellschaften stehen jeweils für sich. Wer die eigene Zufuhr einordnen möchte, bespricht das mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Ja. Die in der Tabelle genannten Spannen stammen aus Erhebungen an erwachsenen Personen ohne akute Beschwerden, gemessen unter definierten Bedingungen. Für Kinder und für sehr alte Menschen gelten teils andere Bereiche; das Dossier führt diese getrennt auf.
Untereinander ja, ineinander nicht. Jeder Satz muss im zugelassenen Wortlaut stehen und dem Element zugeordnet bleiben, für das er freigegeben wurde. Eine zusammengezogene Formulierung, die beide Mineralstoffe in einer einzigen Aussage nennt, ist von der Zulassung nicht gedeckt.
Im Anhang stehen die Tabellen in voller Länge: 42 Lebensmittel mit Calciumgehalt, 38 mit Phosphatgehalt, dazu Speichelwerte aus zwei Messreihen, die Zufuhrstaffel von der Kindheit bis ins höhere Alter und die Verordnungstexte im Originallaut.
Einmaliger Zugang · Digitales Informationsprodukt
Wer das Dossier gekauft hat und es nach dem Lesen nicht behalten möchte, schreibt eine formlose Zeile an die unten genannte Adresse. Es genügt der Hinweis, dass Sie den Kauf rückgängig machen wollen; eine Begründung erwarten wir nicht und fragen auch nicht nach. Die Frist beträgt vierzehn Tage ab dem Kaufdatum. Der Betrag geht auf demselben Weg zurück, auf dem er eingegangen ist. Die vollständige Fassung mit allen Fristangaben steht in der Widerrufsbelehrung.
Diese Seite ist ein Informationsangebot und nichts weiter. Sie ersetzt weder ein ärztliches Gespräch noch eine Untersuchung oder eine Diagnose. Wer gesundheitliche Fragen hat, wendet sich damit an eine Ärztin oder einen Arzt. Nahrungsergänzungsmittel treten nicht an die Stelle einer abwechslungsreichen Ernährung und einer insgesamt maßvollen Lebensweise. Die auf einer Packung angegebene tägliche Verzehrmenge sollte nicht überschritten werden. Erzeugnisse dieser Art gehören außer Reichweite kleiner Kinder aufbewahrt.
Sugilithzirkel gehört weder zu Google LLC noch zu YouTube LLC oder Alphabet Inc. und arbeitet mit keinem dieser Unternehmen inhaltlich zusammen. Die Namen Google und YouTube sind geschützte Marken ihrer jeweiligen Inhaber und werden hier ausschließlich zur Unterscheidung genannt. Keiner der Texte auf dieser Seite wurde von den genannten Unternehmen geprüft, freigegeben oder empfohlen. Werden Werbedienste dieser Anbieter genutzt, entsteht dadurch keinerlei inhaltliche Verbindung und keine Empfehlung.
Anmerkungen zu einer Zahl, Rückfragen zum Dossier oder ein Anliegen nach der Datenschutz-Grundverordnung — das Formular geht an unser Postfach.
Ohne Formular geht es ebenso: [email protected]