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Calcium und Phosphat: der Austausch an der Zahnoberfläche

Wissenschaftliche Fakten zu zwei Mineralien — gemäß EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Sugilithzirkel hält fest, in welchen Mengen die beiden Mineralstoffe im Körper vorliegen, an welcher Stelle sie messbar werden und wie die dazu zugelassenen Sätze im Amtsblatt lauten. Jede Angabe steht bei dem Mineralstoff, zu dem sie gehört.

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Getrennte Abschnitte, weil es getrennte Sätze sind

Calcium und Phosphor kommen im Hartgewebe gemeinsam vor, im Register der Europäischen Union stehen sie jedoch getrennt. Jeder Satz nennt genau ein Element und genau eine Funktion. Deshalb sind die folgenden Einträge einzeln aufgeführt und nicht zusammengezogen.

Ca

Calcium: gelöst, gebunden, eingelagert

Ein erwachsener Körper führt rund 1.000 bis 1.200 Gramm Calcium. Etwa 99 Prozent davon sitzen als Kristall im Hartgewebe von Skelett und Zahn, der schmale Rest verteilt sich auf Blutplasma, Gewebsflüssigkeit und Zellinneres. Im Blutplasma liegt der Gesamtwert bei Erwachsenen zwischen 2,2 und 2,6 Millimol je Liter; rund die Hälfte davon ist frei bewegliches Ion, der übrige Teil hängt an Albumin oder an kleinen Säuren.

Der Kennzeichnungswert auf europäischen Verpackungen beträgt 800 Milligramm je Tag. Deutschsprachige Fachgesellschaften nennen für Erwachsene 1.000 Milligramm. Beide Zahlen beziehen sich auf die Zufuhr über Lebensmittel, nicht auf einen Messwert im Blut.

„Calcium trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

„Calcium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

P

Phosphor: der Partner mit der negativen Ladung

Phosphor erreicht im erwachsenen Organismus rund 600 bis 700 Gramm. Als freies Element kommt er praktisch nicht vor; gemessen wird stets Phosphat, also die Verbindung aus einem Phosphoratom und vier Sauerstoffatomen. Etwa 85 Prozent des Bestandes liegen im Hartgewebe, der Rest steckt in Zellmembranen, Nukleinsäuren und energietragenden Molekülen.

Der Kennzeichnungswert liegt bei 700 Milligramm je Tag; dieselbe Zahl nennen die Fachgesellschaften als Referenz für Erwachsene. Im Blutplasma bewegt sich anorganisches Phosphat zwischen 0,8 und 1,5 Millimol je Liter, mit einem erkennbaren Tagesgang.

„Phosphor trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Die Grenzfläche zwischen Schmelz und Speichelfilm

Die äußere Schicht eines Zahns besteht zu etwa 96 Gewichtsprozent aus Mineral, der Rest sind Wasser und wenige Eiweiße. Diese Schicht liegt nicht trocken, sondern ist dauerhaft von einem dünnen Flüssigkeitsfilm bedeckt. Was zwischen Kristall und Flüssigkeit passiert, ist reine Chemie: Ionen gehen in Lösung und lagern sich wieder an, in beide Richtungen, ohne dass Zellen daran beteiligt wären.

Sättigung: weshalb der Schmelz im Speichel bestehen bleibt

Speichel enthält Calcium- und Phosphationen in Konzentrationen, die über dem Lösungsgleichgewicht des Zahnminerals liegen. Fachlich heißt das Übersättigung. Solange dieser Zustand anhält, hat die Flüssigkeit keinen Anlass, dem Kristall weiteres Material zu entziehen — die Bilanz zeigt eher in die andere Richtung, hin zur Anlagerung.

Maßgeblich für diese Bilanz ist der Säuregrad. Sinkt der pH-Wert unmittelbar an der Zahnoberfläche unter etwa 5,5, verschiebt sich das Gleichgewicht: die Lösung ist dann nicht mehr übersättigt und nimmt Ionen auf. Steigt der Wert wieder, kehrt sich die Richtung erneut um. Beide Vorgänge laufen an jedem Tag mehrfach ab.

Statherin und die prolinreichen Proteine im Speichel

Eine übersättigte Lösung neigt dazu, spontan auszufallen. Dass der Speichel das nicht tut, geht auf eine kleine Gruppe von Eiweißen zurück. Statherin, ein Protein aus 43 Aminosäuren mit stark negativ geladenem Anfangsstück, bindet Calciumionen locker und hält sie in der Lösung. Die prolinreichen Speichelproteine arbeiten nach demselben Prinzip.

Dieselben Moleküle bilden innerhalb von Minuten einen hauchdünnen Belag auf der Zahnoberfläche, das Pellikel, gemessen in Bruchteilen eines Mikrometers. Es sitzt zwischen Kristall und Flüssigkeit und bestimmt mit, wie schnell Ionen die Grenze in der einen oder anderen Richtung passieren.

Der Säuregrad am Zahn folgt dem Mahlzeitenrhythmus

Der pH-Wert im Ruhespeichel liegt typischerweise zwischen 6,4 und 7,0. Nach der Aufnahme kohlenhydrathaltiger Speisen fällt er an der Zahnoberfläche rasch ab und braucht danach eine gewisse Zeit, bis er den Ausgangsbereich wieder erreicht. Wie lange das dauert, hängt vor allem von der Speichelmenge ab, die in dieser Zeit nachfließt.

Aus diesen Zusammenhängen lässt sich keine Aussage über Beschwerden ableiten, und diese Seite trifft auch keine. Der Registereintrag beschreibt eine Erhaltungsfunktion, nicht mehr: Calcium trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Der entsprechende Satz für das zweite Element lautet: Phosphor trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.


Speichelmenge, Fließrate und der Nachschub an Ionen

Ein erwachsener Mensch bildet je nach Tag zwischen einem halben und anderthalb Litern Speichel. Ohne äußeren Reiz fließen davon etwa 0,3 bis 0,4 Milliliter je Minute; beim Kauen steigt der Wert auf das Fünffache und darüber. Die großen Drüsen liefern dabei Flüssigkeit unterschiedlicher Zusammensetzung, weshalb Messwerte immer die Entnahmesituation mit angeben.

Im Ruhespeichel bewegt sich Calcium ungefähr zwischen 1,0 und 2,0 Millimol je Liter, anorganisches Phosphat zwischen 2 und 6 Millimol je Liter. Bei starker Anregung des Flusses sinkt der Phosphatanteil, während Calcium eher gleich bleibt oder leicht zunimmt. Zwei Proben derselben Person zu verschiedenen Tageszeiten können daher deutlich voneinander abweichen.

Diese Zahlen beschreiben eine Körperflüssigkeit, keine Zufuhrempfehlung. Wie viel Calcium und Phosphat über den Tag auf den Teller kommt, ist eine getrennte Rechnung mit eigenen Quellen:

Vom aufgenommenen Calcium passiert bei üblicher Kost etwa ein Viertel bis ein Drittel die Darmwand. Bei Phosphat ist der Anteil höher und liegt größenordnungsmäßig zwischen der Hälfte und zwei Dritteln. Die genauen Werte hängen von der Begleitkost ab und werden im Dossier je Lebensmittelgruppe aufgeschlüsselt.

Alle drei auf dieser Seite zitierten Sätze stammen aus der Unionsliste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben. Sie sind unverändert wiedergegeben und jeweils dem Element zugeordnet, für das sie gelten.


Fortsetzung auf 80 Seiten

Das Dossier führt die hier angerissenen Rechnungen zu Ende: Speichelwerte aus zwei Messreihen, Gehaltstabellen für Calcium und für Phosphor, Zufuhrstaffeln nach Lebensphase und ein Anhang mit den zitierten Verordnungstexten im Originallaut.

49,00 € inkl. MwSt.

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